Leiter der Sammlung: Mag. Stanko Stanicic, Museumsrat

Die Sammlung von bemaltem und vergoldetem Leder ist zahlenmäßig nicht sehr groß, aber dafür ist sie aufgrund der künstlerischen Qualität der Gegenstände und ihrem kulturgeschichtlichen dokumentarischen Wert sehr interessant und wertvoll. Diese Kunst wurde im Mittelalter in Spanien entwickelt und erreichte durch einige Jahrhunderte ihrer Entwicklung einen hohen Grad der technischen Bearbeitung und des künstlerischen Wertes ihrer Produkte. In diesem Land sind die Anfänge dieser Kunst, die später vielen Werkstätten in Europa als Ansporn dienen wird. Dabei muß die Rolle und die Bedeutung der Araber betont werden, die diese Kunst nach Europa brachten, wo sie zugleich auch die ersten Meister und Schöpfer derselben waren. Die Menge der erhaltenen Fragmente und der vereinzelten vollständig erhaltenen Stücke dieses dekorativen Leders zeugt von seiner weitverbreiteten Nutzung in unseren Gebieten in der Zeit vom 16. bis zum 17. Jahrhundert. Bekannt sind die Angaben über die Nutzung des dekorativen Leders in Wohnräumen in Dubrovnik des 16. und 17. Jahrhunderts, und dieses wertvolle Material ist zur gleichen Zeit auch in den Partizierhäusern in Split zu finden. Im 17. Jahrhundert, dh. zur Zeit des Aufblühens der Produktion von dekorativem Leder, wird es auch in Nord-Kroatien benutzt. Es sind Angaben zu finden, daß mit ihm die Wände der Adelsresidenzen und die Hofkapellen geschmückt wurden, daß die Gegenstände aus bemaltem und vergoldetem Leder aber auch die Kloster- und Dorfkirchen schmückten.

Die genannten Geschichtsangaben spiegelt die Museumssammlung wider, deren Kern bereits in den ersten Jahren der Museumstätigkeit gesammelt wurde. Vertreten sind Exemplare der wichtigsten europäischen Produktionsstätten, und nach ihrem Zweck und Funktion können diese Gegenstände in drei Gruppen aufgeteilt werden. Das sind zuerst die repräsentativen Altaratependien, weiterhin die Altarkissen und -fragmente oder größere Stücke von Ledertapeten sowie Lederfragmente anderer Bestimmung. Zeitlich gehören die Fragmente zum Zeitraum vom 16. bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts.


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